Siehe ich mache alles neu
Gottesdienst zum Start der neuen Kirchengemeinde Mittlerer Leimbach
Am 25. Januar wurde in der Christuskirche Sandhausen die neue Kirchengemeinde Mittlerer Leimbach offiziell gegründet. Die bisherigen Kirchengemeinden Leimen, Nußloch, Sandhausen und St. Ilgen feierten diesen Zusammenschluss in einem festlichen Gottesdienst.
Am 25. April 1952 wurde Baden-Württemberg nach einer Volksabstimmung als Zusammenschluss der drei Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern gegründet. Ganz so spektakulär ist die Vereinigung der vier ehemaligen Kirchengemeinden Leimen, Nußloch, Sandhausen und St. Ilgen zur neuen Kirchengemeinde Mittlerer Leimbach nicht. Nichtsdestotrotz wurde dieses Ereignis am 25. Januar in einem Festgottesdienst in der Christuskirche Sandhausen gefeiert.
Vier werden eins
Pfarrer Thilo Müller und Pfarrerin Oda Mezler eröffneten den Gottesdienst mit dem Bild einer Hochzeit – allerdings nicht zwischen zwei, sondern zwischen vier Partnern. Begleitet wurde der Einzug der Dienstgruppe und des neu gewählten Kirchengemeinderats von der festlichen Musik des Posaunenchors unter Leitung von Landesposaunenwart Jörg Häusler, unterstützt von Bezirkskantor Paul Hafner an der Orgel.
Nach einer Einführung durch Schuldekan Christian Lang spannte die Schriftlesung einen großen Bogen: Der Turmbau zu Babel machte die Folgen von Überheblichkeit und Spaltung sichtbar, während die zweite Lesung aus dem Johannesevangelium Jesu Ruf zur Einheit in den Mittelpunkt stellte.
Skepsis und Chancen offen angesprochen
Mitglieder der Theatergruppe „Vorhang auf“ griffen in einer kurzen Szene die Fragen und Bedenken vieler Gemeindemitglieder auf: Geht Nähe verloren? Werden Wege weiter? Gleichzeitig wurde deutlich, welche Chancen der Zusammenschluss bietet – mehr Vielfalt, mehr Möglichkeiten und ein breiteres kirchliches Angebot.
Pfarrer Mathias Thurner stellte seine Predigt unter die Jahreslosung 2026: „Siehe, ich mache alles neu.“ Anhand von Motiven aus "Der Herr der Ringe" machte er deutlich: Neues ist nicht automatisch besser, und Zusammenhalt entsteht nicht von selbst. Entscheidend ist, dass Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam handeln. Ein symbolisches Ballspiel im Kirchenraum machte diesen Gedanken konkret erfahrbar.
der neue Kirchengemeinderat
Christina Ammann, Susanne Flory, Helga Ortlepp-Galley, Horst Hellinger, Thilo Herb, Lars Kieneck, Wolfgang Krauth, Simona Kruse, Kerstin Lang, Edgar Lott, Eva Sambel, Nikola Schirra, Andreas Stock, Yvonne Stuber und Matthias Wild mit Pfarrerin Natalie Frey und Pfarrer Thilo Müller
(Namen alphabetisch)
(Namen alphabetisch)
Einführung des neuen Kirchengemeinderats
Im Anschluss wurden die 15 neu gewählten Ältesten aus allen vier Teilorten vorgestellt und in ihr Amt eingeführt. Pfarrerin Natalie Frey verpflichtete die Gewählten, die anschließend von der gesamten Dienstgruppe gesegnet wurden. Pfarrer Thilo Müller erinnerte mit Worten aus dem Korintherbrief daran, dass Gemeinde aus vielen unterschiedlichen Gaben besteht.
Grußworte und Ausblick
In den Grußworten betonten Vertreter aus Kirche und Kommune die Chancen der Fusion: als Zukunftsprojekt, nicht nur als strukturelle Maßnahme. Bürgermeister Hakan Günes unterstrich die Bedeutung der Kirche als verlässlichen Partner im gesellschaftlichen Leben vor Ort.
Nach dem Gottesdienst waren alle Besucherinnen und Besucher zu einem Empfang im Gemeindesaal eingeladen. Bei Getränken und einem kleinen Imbiss wurde das neue Miteinander im Mittleren Leimbach weiter vertieft.
Text nach einer Vorlage von Jürgen Frohn / Bilder: Jürgen Frohn und Martin Lang




































